Der Sommer neigt sich zu Ende und somit stehen wir mitten in der Gemüseernte. Dabei werden größere Flächen in den Beeten frei. Können wir diese nochmals für eine späte Ernte nutzen?
Ja. Mit der richtigen Pflanzenauswahl können wir in den ungeheizten Gewächshäusern und sogar im Freien noch eine weitere Ernte erzielen. Allerdings braucht es hier eine spezielle, sehr frostfeste Pflanzenauswahl dazu.
Was muss man bei der Pflanzung beachten?
Es ist eigentlich gar nicht so schwierig. Die Beete werden wie gewohnt für die Pflanzung vorbereitet. Dabei lockert man die Erde seicht, entfernt die vorhandenen Unkräuter, wer hat, arbeitet etwas reifen Kompost ein und ebnet die Fläche. Schon können wir Pflanzen.
Kommt hier kein Dünger ins Beet?
Die Wintergemüsearten kommen in der Regel mit den Nährstoffresten der Vorkultur zurecht. Aber mit dem abnehmenden Lichtangebot verlangsamt sich auch das Wachstum. Bei geringerem Licht und kühleren Temperaturen brauchen die Pflanzen auch weniger Wasser und Nährstoffe. Ab Allerheiligen ist kaum noch Zuwachs zu erwarten.
Setzt man Wintergemüse-Setzlinge oder getopfte Gemüsepflanzen jedoch bis Mitte September, bilden sie in den nächsten sechs, acht Wochen noch ordentlich Blattmasse. Diese Pflanzen überstehen tiefe Temperaturen und sogar leichte Fröste schadlos. So kann man bis Weihnachten und darüber hinaus Frischgemüse ernten.
Was ist eigentlich der Vorteil dieser Winter-Gemüse-Arten?
Der größte Vorteil ist klar die Frische. Wir können unmittelbar vor unserer Haustür Gemüse ernten, solange die Blätter nicht gefroren sind. Die enthaltenen Vitamine bleiben dabei voll erhalten. Wintergemüse hat einen extrem geringen Öko-Fußabdruck. Und zudem sind unsere Beete lange belegt, vergleichbar mit einer Gründüngung. Das fördert zusätzlich die Bodengesundheit.
Und was passiert, wenn die Pflanzen gefroren sind?
Dann warten wir, bis sie wieder aufgetaut sind. Das passiert oft schon am späten Vormittag, also genau richtig zum Mittagessen.
Gefrorene Blätter sind druckempfindlich. Sind sie wieder aufgetaut, ist eine Ernte wieder schadlos möglich.
Was kann man denn jetzt noch pflanzen?
Der Bogen umfasst ein spezielles Blattgemüsesortiment. Schnittsalate, Baby-Leaf-Salate, Eichblattsalate, Lollos – einzeln oder gemischt – kann man noch pflanzen. Natürlich Nüsslisalat und Spinat. Ebenso noch Mangold und Blutampfer.
Eine wichtige Gruppe sind Blattkohl-Arten: Rucola, Rauken, Asiatische Senfkohle, Mizuna, Tatsoi, Wasabino, Grünkohl usw. vertragen ebenfalls tiefe Temperaturen. Sie werden durch Frosteinwirkung sogar harmonischer im Geschmack und sind als Salate oder kurz in der Pfanne geschwenkt sehr facettenreich zubereitbar.
Werden Sie jetzt aktiv! Pflanzen Sie vorgezogene Setzlinge vom Gärtner, die in wenigen Wochen zur späten Ernte heranwachsen.

