Unkräuter von Wegen entfernen

Unkräuter von Wegen entfernen

Kieswege, gepflasterte Wege und Terrassen sind schön und nützlich. Aber, sie neigen zum Verunkrauten. Mit der Zeit treibt es überall grün hervor, nicht immer zur Freude der Gartenbesitzer. Was können die dagegen tun?

Als erstes müssen wir unser Schönheitsideal prüfen. Ein Garten lebt und beinhaltet Pflanzen. In der Natur gibt es beim Vorhandensein von Wasser überall Bewuchs.

Du empfiehlst also, das Unkraut wachsen zu lassen?

Nicht überall, die Unkräuter sind schließlich Konkurrenz zu unseren Nutzpflanzen und können auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Aber nicht jede Fläche muss gänzlich frei von Bewuchs sein. Weniger intensiv genutzte Flächen können durchaus als Rasengittersteine, Schotterrasen oder Kieswege ausgestaltet sein, die man gelegentlich mäht.

Und wenn uns der Bewuchs dennoch stört? Was können wir dann tun?

Zuerst ist zu klären, mit was wir es zu tun haben. Samenunkräuter werden meist vom Wind vertragen, landen überall und wenn die Rahmenbedingungen passen, treiben neue Pflanzen aus. Können wir den Kreislauf unterbrechen, reduziert sich der Bestand. Durch regelmäßiges Hacken, den Einsatz von Stahlbürsten in Fugen, wiederholtem Schnitt, Heißwasserbehandlungen, Abflämmen usw. hält man den Bewuchs in Grenzen.

Wurzelunkräuter verfügen zusätzlich über unterirdische Ausläufer. Winden, Quecke, Giersch, Kriechender Hahnenfuß, Brennnessel, Schachtelhalm usw. treiben aus kleinen Wurzelstücke im Boden ständig neu aus. Sie sind wesentlich schwieriger wegzubekommen, meist nur, indem man sie durch ständiges Stören schwächt.

Was ist mit Streusalz, Steinreiniger usw.? Hier hört man immer wieder von guter Wirkung.

Finger weg von diesen Mitteln! Sie würden zwar wirken, aber der Gesetzgeber hat schon den Einsatz von geprüften Herbiziden durch Privatpersonen verboten. Bei der Anwendung von Streusalz oder Steinreiniger ist der Umweltschaden wesentlich größer, weil hier natürlich keinerlei verlässliche Angaben zur Dosierung gegeben sind. Und bei Anwendung auf versiegelten Flächen wird der Großteil der Präparate ins Kanalsystem eingetragen, wo Schäden von Wasserorganismen vorprogrammiert sind. Bitte nicht verwenden!

Also Finger weg davon. Auch wenn die erlaubten Alternativen schlechter wirken und durch die häufigen Wiederholungen teilweise recht kostspielig sind?

Ja, so will es der Gesetzgeber zum Schutz unserer Umwelt.

Es gibt zwei Alternativen: Im Pflanzenschutz ausgebildete, also sachkundige, Personen dürfen Unkräuter mit zugelassenen Herbiziden bekämpfen. Diese geprüften Mittel, die Pelargonsäure, Maleinsäure oder Essigsäure enthalten und müssen für den Einsatz auf Plätzen und Wegen zugelassen sein. Aber auch hier ist die Ausbringung an strenge Vorgaben geknüpft, die exakt einzuhalten sind.

Eine Alternative ist die Anwendung von maximal 10%ige Essigsäure, die nochmals im Verhältnis 3 zu 2 mit Wasser verdünnt wird (= 6 % Essigsäure). Essigsäure zerstört die Oberfläche von Pflanzen und lässt sie austrocknen. Diese Mischung ist gezielt auf einzelne Pflanzen aufzusprühen.

Essigreiniger und reiner hochkonzentrierter Essig darf so nicht verwendet werden!

 

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