Endlich wieder trocken! Es ist Zeit, im Garten wieder nach dem Rechten zu sehen. Und schau, hier war schon wer. Wer hat da an den Pflanzen geknappert?
Im Garten reduzieren verschiedene Tiere unseren Pflanzenbestand. Die auffälligsten davon sind Schnecken. Gerade nach den feuchten Wochen sind sie überall und mit gutem Appetit ausgestattet. Schleimspuren verraten sie. Abklauben hilft dagegen oder man hält sie mit Schneckenkorn vor empfindlichen Pflanzen fern.
Was frisst an den Tomaten? Dort finde ich Löcher an Blättern und sogar in Früchten.
Das sind meist Raupen von der Gemüseeule oder vom Baumwollkapselwurm, beides Schmetterlingsarten. Die Raupen sind anfangs nur wenige Millimeter groß. Erste Anzeichen an den Blättern ist ein Fensterfraß, oft mit einer durchsichtigen Haut darin. Werden die Raupen größer verputzen sie größere Blattmengen oder bohren sich in die Früchte. Kontrollieren sie ihre Pflanzen regelmäßig und zerdrücken sie die Raupen gegebenenfalls. Eulenraupen finden sich oft am Fuß der Pflanzen in der Erde versteckt.
An Chinakohl findet man jetzt auch oft dunkelgraue bis schwarze Raupen. Stammen die auch von Schmetterlingen?
Nein. Diese Tiere sind die Larven der Rübsenblattwepse und zählen zu den Afterraupen. Afterraupen haben wie Schmetterlingsraupen Brustbeine und Bauchfüße, aber nur ein freies Segment zwischen Brust- und Bauchbeinen. Schmetterlingsraupen haben hier zwei Körpersegmente ohne Beine. Diese Blattwespenlarven von lassen sich im Hausgarten mit Netzen vom Kohlgemüse abhalten. Das Bio-Mittel Neem hätte eine reduzierende Wirkung
An Melanzani findet man gestreifte Käfer, die hier fressen, was ist denn das?
Das sind Kartoffelkäfer und ihre rot gepunkteten Larven. Käfer sind eine weitere Gruppe an Tieren, die Blätter vertilgen. Kartoffelkäfer treten meist in größerer Stückzahl auf.
An Kohlgemüse treten bei trockenen Bedingungen Kohlerdfloh oder Rapsglanzkäfer auf, die kleine Löcher in Chinakohl, Rucola oder Kohlrabi beißen. Auch Radieschen werden von den Tieren angefressen. Als Gegenmaßnahmen sollte man die Kulturen unmittelbar nach dem Pflanzen mit einem feinmaschigen Netzen schützen. Steinmehl mögen die kleinen Käfer auch nicht.
Dickmaulrüssler sind die bekanntesten Käferarten an Zierpflanzen. Sie fressen vom Blattrand her in die fleischigen Blätter von Rhododendren, Liguster, Flieder, Oleander usw. Dieser Buchtenfraß entsteht nachts durch die etwa einen Zentimeter großen Käfer. Die Larven der Tiere im Boden verursachen jedoch den größeren Schaden an Wurzeln. Hier hilft nur die Käfer abzuklauben oder die Erde durchdringend mit Nematoden anzugießen. Diese besiedeln die Larven und töten sie auf biologischem Weg ab.
Das sind ja allerlei verschiedene Insekten, die hier zu finden sind. Da bleibt uns nur die großflächige Bekämpfung, oder?
Man soll nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen! Die Förderung von Nützlingen spielt uns in die Karten, Fruchtwechsel in Kombination mit feinmaschigen Schutznetzen oder das Abklauben einzelner Schädlinge reichen im Hausgarten meist aus. Und dann bleiben uns ja immer noch biologische Pflanzenschutzmittel, wenn der Verlust gar zu groß wird. Siehe dazu: Pflanzenschutzmittelregister Vorarlberg

