Was kann ich im Garten für das Klima tun?

Reinhard Reid ©pia-pia-pia

Was kann ich im Garten für das Klima tun?

Staudenbeet ©Raid Staudenarten mit Kiesmulch ©Raid Moosfugen ©Raid Bepflanzte Steinmauer ©Raid Kieswege und Beete ©Raid

(vgl. Der Klimawandel im Garten, Gartenpraxis, Ulmer Verlag)

Der Klimawandel macht auch vor unseren Zäunen und Hecken nicht Halt, er betrifft uns alle! Die zunehmende Sonneneinstrahlung und damit trockenere Wachstumsbedingungen, der Anstieg der Temperaturen, der CO2-Konzentration und der Starkregenereignisse verändern auch unsere Gärten. Für Hobbygärtner*innen hat der Klimawandel auch positive Seiten: es gibt längere Vegetationsperioden, einige Pflanzen gedeihen besser, bringen mehr Frucht und Ernte. Für Pflanzen bedeutet die Sonne Energie und Wachstum, zu viel davon kann aber auch ihr Tod sein.

 

Was kann man tun, um den Garten klimafit zu gestalten?

  1. So vielfältig wie möglich gestalten!
  2. Wo immer es geht: Entsiegeln
  3. Begrünen: Aber mit den richtigen Pflanzen!
  4. Ressourcen schonen: Für Recycling und Upcycling ist der Garten ideal!
  5. Auf den Boden achten und Mulchen!
  6. Weniger Elektrogeräte

 

  1. Vielfalt:
    Viel Grün und so viele unterschiedliche Arten, wie geht! Monotone Flächen sind gestalterisch und ökologisch zu meiden. Bunte Beete mit heimischen Sträuchern, Stauden und Zwiebeln haben den Vorteil, dass einige Arten mit dieser Temperatur, Wassermenge oder auch einfach dem Boden gut zurechtkommen. So gibt es keine monotonen Wüsten, oder Totalausfälle, sondern lebendige und bunte Flächen.
  2. Entsiegeln:
    Entsiegelte Flächen können das wichtige Niederschlagswasser aufnehmen. Vor allem asphaltierte oder betonierte Bereiche, aber auch Pflasterflächen mit Mörtel- oder minimaler Fuge sind komplett abgedichtete Bereiche und können kein Wasser aufnehmen. Das kann das Risiko für Hochwasser steigern. Wo immer möglich: Nicht asphaltieren! Flickschotterwege, oder Pflasterflächen mit größerer Fuge anlegen. Wenn es geht: begrünen, vielleicht reichen auch ein paar Trittplatten für den Weg.
  3. Begrünen:
    Es kann nicht zu viel sein: so viel wie möglich begrünen: auch die Dächer und die Fassaden! Die Hitze und Trockenheit können einigen Pflanzen zu schaffen machen. Das kann eine höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheitserreger zur Folge haben. Rasenflächen haben Schwierigkeiten mit den hohen Temperaturen, sie sind monoton und verbrennen leicht: daher sind es Problemflächen, besser sind Wiesen- oder Staudenflächen. Im Zweifelsfall den Rasen einfach weniger mähen, öfters mal höher sehen lassen. Wenn es um die Pflanzenauswahl geht: am besten holen Sie sich die Tipps vom Profi! Pflanzen, die mit trocknem und heißem Standort zurechtkommen sind z.B. das Brandkraut, die Perovskia, der Lavendel, Thymian, Ehrenreis, Küchenschelle, Storchschnabel, Lauch und Salbei…
  4. Ressourcen schonen:
    Den Garten ist der ideale Ort für Re- und Upcycling. An erster Stelle steht der Boden: am besten wird der Aushub wieder vor Ort eingebaut, das spart viele LKW-Kilometer und lässt die Nährstoffe auf dem Grundstück. Wichtig ist auch das Wasser: idealerweise sammeln sie Regenwasser in einer Tonne oder in einem Tank. Das spart Geld und ihre Pflanzen werden es ihnen danken! Aber auch Natursteine und Holz können wieder verwendet werden: Alte Bretter finden ein neues Leben als dekorative Element, oder als „Schittarbieg“, alte Mauersteine können für eine kleine Mauer oder als Trittstufen für einen Weg genutzt werden.
  5. Böden:
    Böden sind nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher. Statt Torfhaltiger Pflanzerden ist Kompost der bessere Bodenverbesserer. Mit der Einarbeitung von organischer Substanz geht eine Erhöhung des Humusgehalts einher. Dies ist nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für den Kilmaschutz wertvoll. Humus ist nichts anders als Kohlenstoff, den die Pflanzen aus der Atmosphäre in Form von CO2 entzogen haben. Im Zuge seines Abbaus wird ein Teil des zuvor gebunden Kohlenstoffs in Form von CO2 allerdings auch wieder an die Atmosphäre abgegeben. Wichtiger Schutz für den Bodens ist das Mulchen, also das Abdecken der Pflanzflächen mit organischer oder mineralischer Substanz, aber auch mit PVC oder Vliesen. Organische Materialien eignen sich sehr gut, vor allem Rasenschnitt, Rindenmulch oder Chinaschilf. Mineralische Mulchmaterialien sind für öffentliche Grünflächen gut geeignet, insbesondere für trockenheitsverträgliche Pflanzen. Vliese, Folien und Papiere produzieren leider erheblichen Müll, sie sollten, wenn sie verwendet, werden unbedingt wiederverwendet werden oder durch biologisch abbaubare Produkte ersetzt werden (Kartoffel- oder Maisstäke)
  6. Weniger Elektrogeräte
    Weniger Elektrogeräte und weniger Licht im Garten bedeutete auch: weniger Energie- und Ressourcenverbrauch. Nehmen sie eine Laubrechen statt eines Laubsaugers! Verzichten sie, wenn geht, auf einen Roboter! Licht sparsam einsetzen und damit Gutes für die Insekten tun!

 

Gemeinsam können wir das Klima schützen und unsere Gärten an die neuen Bedingungen anpassen!